FOLGE 7: DER FRANKFURT-TATORT „DER TURM“ AM 23. DEZEMBER 2018, MIT WOLFRAM KOCH UND MARGARITA BROICH

Wieder mal 90 Minuten durch die hessische Hauptstadt insgesamt sowie durch einen bedrohlich aussehenden Turm als locus delicti dilettiert – ohne Hoffnung auf eine Lösung, zumal als Ergebnis einer methodischen Ermittlung. Die Zuschauer würden ja so gerne helfen, da sie als routinierte Tatort-Seher offenkundig besser qualifiziert sind als die orientierungslosen Kommissare Brix und Jannecke. Der Fall bleibt im Turm verborgen, sie kommen nicht an mögliche Tätergruppen unter den eingemieteten Firmen heran. Und warum nicht? Tja, fatale Mischung aus Ideenlosigkeit und Behinderung durch den korrumpierten Staatsanwalt, der nur zum Schein schnelle Resultate fordert. Kommissarin Jannecke wird im Turm zusammengeschlagen (schwere Körperverletzung einer Beamtin!), aber es wird nicht untersucht; Brix erschießt im Turm einen Mann und rettet seiner Kollegin das Leben, aber der Staatsanwalt glaubt ihm nicht einmal. Alles keine Gründe, sich mal polizeilich drum zu kümmern. Quelle horreur!

Die Personalthemen waren auch alle schon mal da: Kommissarin entlässt sich mit Schädel-Hirn-Trauma selbst aus dem Krankenhaus und ermittelt – und weder Kollege Brix noch Staatsanwalt juckt‘s. Rückt das Ermittler-Team ob dieser widrigen Umstände zusammen? Nö, jeder macht seine Alleingänge, als gäbe es dafür einen ‚Soli-Zuschlag‘. Nur der Kriminal-Assistent arbeitet fleißig offene Punkte ab, wird aber von Brix gedisst und demotiviert.

Braucht es jetzt nach etlichen Folgen ein kompetentes Trennungs-Management für die Kommissare? Nein, es sind ja schließlich Landesbeamte. Da bliebe nur die Versetzung zu einer anderen Gliederung der Landesoberbehörden, z.B. dem Polizeiarchiv oder in weniger komplexe hessische Kriminalitätsgebiete, als da wären der Vogelsberg oder der Schwalm-Eder-Kreis.

Und was kann der arme Assi tun? Was können Mitarbeitende tun in punkto Beziehungsmanagement mit der Führungskraft? Was, wenn sich Führungskräfte gar nicht als solche in ihrem Job verstehen, sondern als reine Fachleute oder eben egozentrische, kommunikationsarme Kriminaler – siehe Tatort-Kommissare in Frankfurt, Köln, Berlin, München, u.a.m.? Probieren Sie folgendes:

  • Verlässlichkeit und Selbständigkeit zeigen
  • Analyse, Vorschläge und mögliche Lösungen anbieten statt nur Probleme aufzuzählen
  • Eigene Anliegen und Bedürfnisse gegenüber Führungskraft zeitnah und deutlich an- und aussprechen
  • Erwartungen an Führung, Vorgaben, Informationen, Orientierung und Berechenbarkeit kommunizieren
  • Sachliches Feedback einfordern – aber nicht damit ständig nerven oder Dinge permanent in Frage stellen
  • Sich Vergleichsmöglichkeiten schaffen – wie werden andere Mitarbeitende gemanagt bzw. geführt – manchmal verliert man den Blick dafür, was eigentlich nicht mehr akzeptabel ist

Und als Führungskraft gehen Sie gefälligst darauf ein. In meiner Organisation geben im Zuge der Führungskräfteentwicklung Mitarbeitende ihre Einschätzung über Führungskräfte ab, aber umgekehrt bekommen sie auch gespiegelt, was das Kollektiv der Führungskräfte sich von den Mitarbeitenden wünscht – und dazu gehören z.B. auch oben genannte Punkte.